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Zum Treffpunkt für Quartier- vereine werden - Hotel & Tourismusrevue

Hotel & Tourismusrevue vom 22. August 2002

WIEDERERÖFFNUNG / Nach einer zweijährigen Bauphase ist das Hotel Hirschen im Zürcher Niederdorf wieder offen. Nachdem das Obergeschoss des Hirschen zuletzt den Ruf einer Absteige hatte, will Pächter Hanspeter Graf nun eine neue Ära einläuten. Gregor Waser

Das total neu renovierte Zürcher Drei-Sterne-Hotel Hirschen umfasst 27 moderne Doppel- und Einzelzimmer, welche alle mit Dusche/WC, TV-, Telefon, Fax- und Internetanschlüssen ausgestattet sind. Im Frühstücksraum wird ein reichhaltiges Buffet angeboten und ab Mittag kann dieser Raum für geschäftliche oder private Zwecke genutzt werden.

 

Das Highlight des «Hirschens» aber befindet sich im Gewölbekeller: eine Weinschenke mit Sodbrunnen. Ab halb fünf Uhr abends wird hier zum Apero mit Imbiss geladen.

Mit Pächter Hanspeter Graf hat ein bekannter Gastwirt das Zepter des «Hirschens» übernommen; er führte zehn Jahre lang das «FalkenscWoss» beim Stadelhofen. Zusammen mit seiner Ehefrau Waltraud führt er die Weinschenke und Tochter Melanie managt die 27 Zimmer. «Wir müssen bei Null anfangen», erläutert Melanie Graf die Startbedingungen. «Seit 20 Jahren war hier ja kein eigentliches Hotel mehr.»

Bereits in den ersten Tagen allerdings hätten sich dank der zentralen Lage schon viele Passanten im Hotel erkundigt. Mit der umfangreichen Infrastruktur wird der «Hirschen» zudem Touristen und Geschäftsreisende gleichermassen anlocken.

Mit seinen Zimmerpreisen tummelt sich der «Hirschell» im preislichen Mittelfeld der Drei-Steme-Häuser. Das Einzelzimmer kostet 130 Franken, das Grandlit-Zimmer 170 Franken und das Doppelzimmer 190 Franken. Besonders angesprochen und willkommen sind Vereine und andere Gruppen aus dem Quartier zu Sitzungen und Treffen.

EIN HAUS MIT EINER 800-JÄHRIGENGESCHICHTE

Das Haus im Zürcher Niederdorf hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Erste Siedlungsspuren orten Archäologen in der Zeit des 11. und 12. Jahrhunderts.

Das heutige Gebäude ist aus ursprünglich drei Häusern zusammengewachsen, von denen Teile bis ins 13. Jahrhundert zurück datiert werden konnten. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert hinein erfolgten dann zahlreiche Umbauten. Mit drei Obergeschossen und einem zweistöckigen Dachgeschoss galt das Haus in jener Zeit als sehr imposant. Im westlichen Hausteil wurden 1636 über dem Erdgeschoss neue Deckenbalken eingebaut. Im 19. Jahrhundert wurde im seiben Hausteil anstelle des Dachstuhls ein weiteres Geschoss in Fachwerktechnik; mit einem begehbaren Flachdach, aufgesetzt. Diese Zinne dient den heutigen Hotelgästen zum Ausblick übet die Dächer der umliegenden Häuser hinaus.

Ab 1599 wurde das Haus «zum Schermesser im Niederdorf» genannt. Erstmals Erwähnung als Gasthof fand der «Hirschen» 1703, vor nahezu 300 Jahren. Doch über die Stadt hinaus bekannt wurde das Haus im letzten Jahrhundert durch den noch heute vorhandenen Saal mit Bühne.

DER «HIRSCHEN» WAR EIN ORT DER KLEINKUNST

Ab 1910 mit dem Cabaret Fédéral, später mit dem Cabaret Cornichon, war der «Hirschen» ein Ort der Kleinkunst. Ab den 80er-Jahren bis 1997 wurde es lauter. Zunächst mit Jazz- und Salsamusik, am Ende mit Rockmusik.

Die Obergeschosse hatten zuletzt den Ruf einer Absteige. 1997 schloss dann der baufällige «Hirschen», um nun mit einem anderen Kleid und einer anderen Einrichtung eine neue Ära zu beginnen.

 

Hotel Hirschen - Altstadt Kurier

Altstadt Kurier 9.2002

Der Altstadt Kurier hat es schon im Juli gemeldet: das Hotel Hirschen ist eröffnet. Das Hotel im Dreisternbereich zählt 27 Zimmer, von denen 6 Fenster auf den Hirschenplatz haben, die anderen gehen zur Seite oder nach hinten. Der Vorstand des Quartiervereins hat bereits das Angebot des neuen Pächters, Hanspeter Graf, angenommen und eine seiner Sitzungen im Frühstücksraum im 1. Stock abgehalten. Auch liess er es sich

nicht nehmen, danach in der «Weinschenke», die man durch die Hirschengasse erreicht, einzukehren.

Dies ist ein stilvoll eingerichteter Gewölbekeller - sogar mit Sodbrunnen aus dem 14. Jahrhundert -, in dem man im flackernden Kerzenlicht hervorragend bewirtet wird und sich fühlen kann wie in einer längst vergangenen Zeit. Einziger Nachteil: Der Geheimtipp hört langsam auf, ein solcher zu sein.

EM

Historische Weinschenke

151x131-weinschenke-kerzenÜber alte Steine, erhellt von Kerzen, führt der Weg

in einen spätmittelalterlichen Raum, den man über einen verglasten Sodbrunnen von 1340 betritt, der noch heute von Grund­wasser gespiesen wird und funktioniert. Dieser sakral anmutende Gewölbekeller

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